Ach, war das Laufen wieder toll. Was das betrifft, würde ich doch am liebsten in Strandnähe wohnen und dann mindestens jeden zweiten Tag laufen gehen! Nach dem Frühstück hat sich unsere Freundes-Fotogruppe mal wieder auf Tour begeben. Unseren ersten Stopp legten wir bei der Goldenen Möve ein, um mit einem Kaffee gegen unsere Müdigkeit anzukämpfen. Da der aber kaum half, legten wir noch ein kleines Nickerchen ein, bevor es weiter ging nach Assateague Island, mit seinen naturbelassenen Stränden und freilebenden Pferden. Die Wildpferde waren diesmal tatsächlich richtig wild: Als sich eine Frau drei von ihnen näherte, um sie mit Äpfeln zu füttern, wurden diese richtig wütend und fingen sogar an, mit den Hinterbeinen nach ihr zu treten. Da hieß es, schnell in Deckung gehen. Glücklicherweise, ging alles gut aus. Bei einem anschließenden Strandspaziergang fanden wir u.a. eine gestrandete Boje, die sich super zum Fotografieren eignete.
Auf dem Rückweg haben wir (mal wieder) in Berlin, in meinem geliebten Bundesstaat Maryland, angehalten. Dank des guten Wetters konnten wir uns diesmal auch den Ort anschauen, der sehr liebevoll gestaltet ist. In einem Café haben wir uns über die Herkunft des Ortsnamens aufklären lassen: Nein, er stammt nicht von unserer Bundeshauptstadt, wäre ja auch zu einfach. Statt dessen gab es mal eine Familie Namens "Burleigh" die ein "Inn" (also ein Hotel) hier führte. Zieht man beide Wörter zusammen und verschluckt dabei ein paar Buchstaben - wie das ja so üblich ist - so ergibt sich "Berlin".
Als wir gerade überlegten, was wir denn zu Abend essen wollen, kamen wir an einem fast unscheinbaren Trucker-Imbiss vorbei. Dank der Schilder "open" kehrten wir ein und waren schließlich überwältigt von dem leckeren BBQ-Essen. Wir entschieden uns für Chicken Wings und Spareribs, und kamen einstimmig zu dem Schluss, noch nie zuvor so was leckeres vom Grill gegessen zu haben.

Damit die nächste Nacht nicht wieder schlaflos endet, haben wir uns mit in Christians Zimmer einquartiert, wo zwar jetzt kaum ein Quadratzentimeter Fußboden mehr nicht von Betten bzw. Schlafsäcken bedeckt war, aber dafür war es (einigermaßen) ruhig zum Schlafen. Mich hat die Sonne bereits um sieben geweckt, genau pünktlich um die Morgenstimmung am Strand zu genießen und ein paar tolle Fotos zu schießen.
Für den Tag hatten wir uns ein Ziel gesetzt: Die tausenden blühenden Kirschbäume in Washington DC zu bestaunen. Der Weg dahin führte uns auf Nebenstraßen durch viele kleine Ortschaften. In einer standen zwei toll glänzende Trucks neben der Straße, an denen wir nicht einfach so vorüber fahren konnten. Weiter ging es über mehrere, kilometerlange Brücken über die Chesapeake Bay. Nach einem kurzen Stopp an der Bucht, im Sandy Point State Park, fuhren wir nach Annapolis, dass ich bereits im Juli letzten Jahres so in mein Herz geschlossen habe, da es ist ein so schön anzuschauendes Städtchen ist. Mit den blühenden Kirsch- und Magnolienbäumen sah es sogar noch ein bißchen schöner aus. Und auch Andreas und Christian waren von der Einzigartigkeit dieses Ortes von der ersten Sekunde an angetan.
Am späten Nachmittag erreichten wir dann endlich unser Hauptziel: Washington DC, wo derzeit das Cheery Blossom Festival stattfindet. In der ganzen Stadt stehen blühende Kirschbäume, und ganz besonders viele am Tidal Bassin, unweit vom Weißen Haus. Im Strom der Menschenmassen liefen wir einmal um den See herum und genossen schließlich die Abendstimmung am Lincoln Memorial mit Blick auf das Capitol und Washington Monument (das ist der Obelisk), wo auch schon Forest Gump stand.

Dies war ein unvergesslich schöner Tag, oder besser gesagt ein unvergessliches Wochenende. Und so bin ich gegen ein Uhr morgens geschafft aber glücklich ins Bett gefallen. Wie ich mich am Montag fühlte? Müüüüüüüüüüde und trääääääääääääääge, so dass ich mich den ganzen Tag darauf freute, früh ins Bett zu gehen und endlich wieder ungestört zu schlafen.











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